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André Lademann
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Die neuen Assembler-Entwickler

Die neuen Assembler-Entwickler

Als ich um die Jahrtausendwende anfing zu programmieren, war Assembler für mich bereits Geschichte. Turbo Pascal, Perl, Java, PHP, JavaScript — das war der Werkzeugkasten. Ich habe zwar gelernt, wie Speicher theoretisch funktioniert und wie das binäre System darunter arbeitet. Aber ich habe nie von Hand ein Register gesetzt. Ich habe nie eine einzige Lochkarte gestanzt. Es gab auch keine Notwendigkeit dafür: Höhere Programmiersprachen waren schlicht der schnellere Weg, um etwas zu entwickeln.

Filmausschnitt aus Zurück in die Zukunft II: Zwei Jungen an einem Spielautomaten, im Bild die Bildunterschrift „Man muss dafür die Hände benutzen? Das ist ja wie ein Baby-Spielzeug"

Vertrauen musste schon einmal erst verdient werden

Der Sprung von Maschinensprachen zu höheren Programmiersprachen wurde nicht überall bejubelt. Jede Entwicklergeneration, die diesen Sprung gemacht hat, musste einem Compiler vertrauen, den sie nicht vollständig kontrollierte — dem Vertrauen, dass er mit den geschriebenen Anweisungen das Richtige tut. Dieses Vertrauen gab es nicht geschenkt. Es musste erarbeitet werden, Compiler-Version für Compiler-Version, Projekt für Projekt, bis aus Skepsis irgendwann Routine wurde.

Höhere Programmiersprachen haben sich durchgesetzt, weil man mit ihnen deutlich effizienter arbeiten kann. Der Preis dafür war eine Ebene der Kontrolle, die wir bereitwillig abgegeben haben — im Tausch gegen Geschwindigkeit.

Ein vertrauter Sprung, mit einer seltsamen Wendung

Wir stehen wieder an einer ähnlichen Schwelle, nur fühlt sie sich diesmal anders an. Wir geben Vertrauen an eine KI ab, die für uns Code schreibt, und schauen ihr trotzdem noch skeptisch über die Schulter. Wie lange wird diese Skepsis anhalten? Wie lange können wir sie uns leisten, und wie lange wird uns noch jemand dafür bezahlen?

Irgendwann wird es einfach das Effizienteste sein, der KI zu vertrauen. Doch es gibt einen Unterschied, den der Sprung zu Compilern nie hatte: Ein Compiler ist deterministisch. Gibst du ihm zweimal dieselbe Eingabe, bekommst du zweimal dasselbe Ergebnis. Ein KI-Modell funktioniert nicht so. Einem System zu vertrauen, das sich morgen bei demselben Prompt anders verhalten könnte, fühlt sich wirklich seltsam an — nicht weil es neu ist, sondern weil es eine Annahme bricht, die wir bislang nie infrage stellen mussten.

Wo mich das zurücklässt

Also stehe ich heute ungefähr dort, wo einst die Assembler-Entwickler standen, und beobachte eine neue Generation von Werkzeugen, die die alte Skepsis wie ein Relikt aussehen lassen sollen. Ich weiß noch nicht, ob ich diese Schwelle irgendwann genauso überschreiten werde wie sie es getan haben — oder ob die fehlende Determinismus-Garantie diesen Sprung grundsätzlich anders macht.

Hast du bemerkt, wie deine eigene Skepsis gegenüber KI-generiertem Code langsam nachlässt, oder hält sie sich hartnäckig? Ich bin gespannt, wo du stehst.


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